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www.lgrb-bw.de | 25.05.2017
LANDESAMT FÜR GEOLOGIE, ROHSTOFFE UND BERGBAU

Erkundungsbohrungen des LGRB seit 1990

Auszug aus dem Landesrohstoffbericht 2012/2013: Kap. 2.2.1

Kernbohrung zur Erkundung
eines Vorkommens hochreiner
Kalksteine südlich von Aalen-Ebnat,
Kreis Heidenheim.
Rohstofferkundungsbohrungen werden
häufig zu Pegeln ausgebaut und für die
Grundwasserüberwachung genutzt.

Zusammenstellung der vom LGRB im Zeitraum 1990 bis 2013 zur Rohstofferkundung durchgeführten Erkundungsbohrungen. 296 Bohrungen wurden zur Erstellung rohstoffgeologischer Karten und Gutachten durch das Land Baden-Württemberg im Rahmen des Rohstoffsicherungskonzepts finanziert, zusätzliche 71 Bohrungen wurden ganz oder teilweise von Partnern (Gemeinden, Denkmalpflege, Industrie) finanziert, vom LGRB aber betreut und ausgewertet:

 
 Anzahl Bohrungen
 Bohrmeter [m]
1
Rohstoffgeologische Erkundung, Auftraggeber LGRB, bis 2013
320
 19 751
2Erkundung im Joint Venture mit der Industrie, Gemeinden und der Baudenkmalpflege60 2 581
  Summe 380 22 332

Rohstoffbohrungen in Baden-
Württemberg seit 1990

Rohstofferkundung (Prospektion) ist nicht nur Aufgabe der Industrie. Land, Regionalplaner und Öffentlichkeit haben ein Interesse daran, sich über Art, Qualität und Menge der heimischen Rohstoffe objektiv informieren zu können. Vor allem im Zusammenhang mit den zahlreichen konkurrierenden Nutzungen der Landesfläche ist es von Bedeutung, gute Kenntnisse über die genaue Lage und Ausdehnung unserer Bodenschätze zu besitzen. So sollte zum Beispiel ein Gewerbegebiet nicht gerade dort gebaut werden, wo wertvolle oberflächennahe Gipssteinvorkommen liegen und für ständige Bodensenkungen und -hebungen sorgen. Kiesgruben sollten dort angelegt werden, wo der Rohstoffkörper besonders hochwertig und mächtig ist, um die Flächeninanspruchnahme so gering wie möglich zu halten.

Es gehört daher zu den Aufgaben des LGRB, unter Berücksichtigung der aktuellen Rohstoffgewinnung landesweite rohstoffgeologische Erkundungen durchzuführen, Fest- und Lockergesteine hinsichtlich ihrer Eignungsfähigkeit zu prüfen und die Ergebnisse in Karten, Erläuterungsheften und Gutachten darzustellen.


Dazu wurden seit 1989 (dem Beginn der Arbeiten zur Rohstoffsicherung) z. B. 263 Kernbohrungen abgeteuft, eine Bohrkernstrecke von rund 22.000 m bearbeitet und über 4500 Proben von Gesteinen und Mineralen analysiert sowie rohstoffgeologische Kartierungen auf einer Fläche von rund 12.000 km² durchgeführt.

Die gewonnenen Erkenntnisse gingen in die rohstoffgeologischen Kartenwerke im Maßstab 1 : 50.000 mit zugehörigen Erläuterungen ein, die vor allem der regionalen Raumplanung als fachliche Grundlage zur Erstellung der Teilregionalpläne "Oberflächenahe Rohstoffe" dienen. Sie sind auch Grundlage zahlreicher Beratungen von Firmen und Verbänden sowie zur Erstellung von Fachgutachten und wissenschaftlichen Publikationen.

Eingehende lagerstättengeologische Untersuchungen wurden und werden vor allem für folgende wichtige Rohstoffvorkommen des Landes durchgeführt:


  • Kiese und Sande im Oberrheingraben
  • Kiese und Sande im Alpenvorland
  • Quarzsande der Graupensandrinne
  • Natursteine/Kalksteine des Oberjuras der Schwäbischen Alb
  • Hochreine Kalksteine im Raum Schelklingen–Blaubeuren und Burgberg (Ostalb)
  • Süßwasserkalksteine der Mittleren Schwäbischen Alb
  • Gips- und Anhydritsteine des Keupers in den Regionen Franken und Schwarzwald-Baar-Heuberg
  • Tephritagglomerate (Naturwerksteine) im Kaiserstuhl und Porphyrtuffe im Mittleren Schwarzwald (Heuberg)
  • Keupersandsteine in Franken
  • Muschelkalkvorkommen im Nordschwarzwald und im Großraum Stuttgart
  • Tonvorkommen des Unterjuras bei Rettigheim
  • Werksandsteinvorkommen besonders des Braunjuras und des Keupers

Im Rahmen von großen Gutachten zusammen mit anderen Fachbereichen des LGRB und von interdisziplinären wissenschaftlichen Arbeiten wurden außerdem die Steinsalzlagerstätten bei Heilbronn, Kochendorf und Stetten bei Haigerloch, der Opalinuston und die Ganglagerstätten des Mittleren Schwarzwalds untersucht.

Weitere Informationen in den LGRB-Nachrichten 06/03.