Regierungspräsidium Freiburg Landesamt für Geologie, Rohstoffe www.lgrb-bw.de | 22.01.2022
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Ursprünge im ehemaligen Landesteil Baden

1372 Die Auseinandersetzung zwischen dem Haus Habsburg und den örtlichen Grafen wird in zwei bergrechtlichen Urkunden deutlich, die fast gleichzeitig entstanden sind. Die Bergordnung des österreichischen Landrichters Johann von Üsenberg für den Bereich des Münstertales und das sogenannte 'Dieselmuter Bergweistum' des Breisgaugrafen Egeno III. für den Bergbau am Schauinsland und benachbarter Gebiete. Für das Münstertal wird u. a. geschrieben, dass Bergwerke nur vom Bergvogt des Königs verliehen werden können. Im Dieselmuter Bergweistum, erlassen am 30. Juni 1372, ist dafür der Bergvogt des Grafen zuständig.
1477 Die vorderösterreichische Regierung führte den "Kaiserlichen Bergmeister" für die Bergaufsicht im südlichen Schwarzwald und in den Vogesen ein, nachdem sich Freiburg schon 1368 in den Schutz des Hauses Habsburg begeben hatte. Der kaiserliche Bergmeister hatte seinen Sitz am Ort der Regierung, zunächst in Ensisheim/Elsaß, ab 1635 in Breisach und etwa ab 1651 in Freiburg, das damals Hauptstadt der vorderösterreichischen Lande wurde. Dem Bergmeister unterstanden die Bergrichter der zahlreichen Berggerichtsbezirke. In jener Zeit war die oberste Bergbehörde die Regierung in Schwaz/Tirol. Die Dienststelle des Bergmeisters wird in der Literatur als "Obere Bergbehörde" angegeben und die des Bergrichters als "Bergamt" oder "Unterbergamt" bezeichnet.
1602 amtiert erstmals ein Bergrichter in Freiburg
1517 Richtungsweisende Bergordnung für die österreichische Vorlande durch Kaiser Maximilian I. Neben Begünstigungen möglicher Kapitalgeber wurden die Schwazer Schöffensprüche in diese Bergordnung aufgenommen. Anstelle des adligen Bergvogts wird in Todtnau für die vorderösterreichische Montanverwaltung die Stelle eines "beamteten" Bergrichters geschaffen.
1530 Übernahme der Maximilianischen Bergordnung durch den Markgrafen von Baden.
1562 Erweiterte Bergordnung durch Kaiser Ferdinand I.
1731 Neue Bergordnung durch Kaiser Karl Vl.
1754 Das Fürstentum Fürstenberg unterhält in seinen Gebieten eigene Bergämter in Wolfach und Hausach sowie ein Oberbergamt an der Hofkammer in Donaueschingen.
1783 Bei der Regierung in Freiburg wird für die österreichischen Vorlande eine "K.K. Kammer in Münz- und Bergwesen" errichtet. Zu jener Zeit gibt es in Freiburg auch ein "Kaiserlich-Königliches Vorderösterreichisches Bergamt" und ein "Kaiserlich-Königliches Berggericht".
1789 Oberländische Bergdirektion in Emmendingen unter Leitung von Johann Georg Schlosser, dem Schwager Goethes. Dieser unterstand von 1789 bis 1807 das Bergamt in Sulzburg.
1797 Fassung einer eigenen Badischen Bergordnung, die der Wiederbelebung des Bergbaus dienen sollte.
1803 Oberbergamt in Mannheim für die Kurfürstliche Pfalz, Bergbauinspektion für die Markgrafschaft Baden-Durlach.
1806 Auflösung der österreichischen Freiburger Bergbehörde nach Schaffung des Großherzogtums Baden.
1809 Die Großherzoglich Badische Berginspektion in Münstertal wird zuständig für die Bergaufsicht im Breisgau und im Markgräflerland.
1822 Der Betrieb und die Verwaltung der staatlichen Bergwerke und Hütten wird einer Bergwerkskommission für Bergbau in Freiburg unterstellt. 1823 erfolgt die Errichtung einer General-Salinen-Kommission. Beide Kommissionen werden 1832 wieder aufgelöst, da man deren Aufgaben auf eine Direktion für Forsten und Bergbau in Karlsruhe übertragen hatte.
1890 Erlaß des Badischen Berggesetzes, das auf das Allgemeine Berggesetz für die Preußischen Staaten von 1865 aufbaute. Die Geschäfte des Bergbaus erfolgen unter der Oberleitung des Ministeriums des Inneren bei gleichzeitiger Errichtung einer nach dem Kollegialprinzip arbeitenden Domänendirektion in Karlsruhe als oberer Bergbehörde und eines Bergmeisters als unterer Bergbehörde. Letzterer hatte seinen Sitz zeitweise auch in Bad Dürrheim, da er gleichzeitig die dortige Saline leitete. Wichtige Entscheidungen wurden bei der oberen Bergbehörde durch ein Kollegium getroffen.
1919 Das Bergwesen wird dem Arbeitsminister und 1923 dem Finanzminister unterstellt.
1922 Der Bergmeister führt die Bezeichnung "Bergamt". Für die Überwachung der Gruben im Freiburger Raum ist das "Großherzogliche Bezirksamt Freiburg" zuständig.
1938 Am 1. April werden in Karlsruhe ein Badisches Oberbergamt sowie ein Bergamt geschaffen. Am 1. Oktober 1938 wurde wegen Zunahme des Doggererzbergbaus in Südbaden ein zweites Bergamt in Freiburg gegründet.
1943 Reichsoberbergamt in Karlsruhe für Baden, Württemberg und Hohenzollern. Das Bergamt in Karlsruhe wird Reichsbergamt. Bergamt Freiburg wird aufgelöst.
1944 Das Reichsbergamt in Karlsruhe wird durch Bombardierung zerstört. In Freiburg wird zum Jahresende eine Außenstelle des Bergamtes Karlsruhe eingerichtet.